Die Montessori-Bewegung


Das Interessante an der Entwicklung von Montessori in Österreich ist für mich, dass es nicht so einfach war die entwickelte Montessori-Methode durchzusetzen, und man heute diese wunderbare Pädagogik auch in Einrichtungen nutzen darf.   

Die Anfänge der Montessori-Pädagogik in Österreich beschränkten sich auf eine Gruppe und eine zweite Gruppe wurde davon inspiriert.

Die Bewegung wurde von Lily Peller – Roubiczek und ihren Mitarbeiterinnen "geführt". 



    Lilly Peller - Roubiczek


Nach ihrem Studium der Psychologie an der Universität Wien bei den weltbekannten Professorenehepaar Karl und Charlotte Bühler absolvierte Lily Peller - Roubiczek anschließend einen Kurs in London bei Maria Montessori. 

Nach ihrem Studium in London gründete sie zudem 1922 ihr eigenes Montessori-Haus („Haus der Kinder“ in der Troststraße 98). 

Im Haus der Kinder waren vor allem Kinder von Ziegelarbeitern und Handwerkern zu finden. 

Ich finde, dass das eine bemerkenswerte Leistung war für eine so junge Frau in der damaligen Zeit, so ein Haus zu gründen, aufzubauen, zu führen und nebenbei noch stetig an der Verbesserung und Weiterentwicklung der Pädagogik in Wien zu arbeiten. Lily Peller - Roubiczek war auch am Bau des städtischen Kindergartens beteiligt. Die Arbeit im Kindergarten war Lily Peller - Roubiczek nicht genug. 1924 bat sie um Erlaubnis, im selben Raum ein Klassenzimmer im Sinne Maria Montessoris zu eröffnen. In späteren Jahren kam es dann zu einer Trennung von Maria Montessori und Lily Peller-Roubiczek.

Sie schrieb darüber in einem Brief an Clara Grunwald, in dem sie anmerkte, dass Maria Montessori habe ihr verboten hatte, Pädagogik und Psychoanalyse zu „kombinieren“. 

Leider gibt es heute in Österreich nur noch wenige Montessori-Bildungseinrichtungen, die Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt und sogar bis zum Schulaustritt betreuen. 

Die Gründung des Montessori-Instituts in Wien, die Gründung eines Verlags nach der Montessori-Methode und die regelmäßige Veröffentlichung von Artikeln zur Montessori-Pädagogik in pädagogischen Zeitschriften trugen zur Verbreitung der Montessori-Methode bei. 

Maria Montessori hat die Montessori-Einrichtungen Wiens und der Stadt einige Male besucht und war sehr zufrieden mit dem, was hier geleistet wurde. 

1951 wurde an der Universität Innsbruck ein internationaler Kurs mit dem Ziel organisiert, die Montessori-Pädagogik wiederzubeleben.

Aus diesem Kurs gibt im Archiv der Österreichischen Montessori-Akademie noch ein paar wenige originale Schriften einer Teilnehmerin.

Der Wiederaufbau der Österreichischen Montessori-Gesellschaft war anfangs kein großer Erfolg, denn leider wurde sie 1954 wieder stillgelegt. Dies war eine wirklich unglückliche Entwicklung. 

Der Erfolg, der in Österreich in den letzten 30 Jahren erzielt wurde, ist beeindruckend. Aufgrund der wenigen finanziellen Mittel die vom Staat für die Errichtung von Montessori-Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, ist es nicht immer einfach diese zu gründen. 

Dies betrifft die Errichtung von Montessori-Schulen viel stärker, als die Kinderhäuser und Kleinkindgemeinschaften. 

Maria Montessori ist eine Inspiration, weil diese Pädagogik, welche sie durch viele Jahre hindurch entwickelt und immer weiter aufgebaut hat, auch durch die Art und Weise wie sich Montessori-Pädagog*innen verhalten und die Kinder/Jugendlichen begleiten, eine bestimmte Art von  Atmosphäre schafft, in der sich jeder wohl fühlt.  Ich habe mich entschieden Montessori-Pädagogin zu werden, weil mir ihre Pädagogik ein Gefühl von Geborgenheit und auch ein geistiges zu Hause sein kann.

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